Reisenotizen · August und September 2026

Singapur und Malaysia — was wirklich funktioniert hat

Am Montag kurz nach zwölf standen wir zu viert auf der malaysischen Seite der Grenze, mit dem Gepäck für drei Wochen, und suchten den Weg zur Busstation Larkin. Fünf Kilometer, mit Koffern, in einem Land, dessen Bargeld wir uns erst dort besorgen wollten. Geraten wird einem an dieser Stelle überall zum Taxi. Es fuhr ein Bus, und bezahlt haben wir ihn kontaktlos mit derselben Kreditkarte wie zu Hause.

Genau solche Sätze sind der Zweck dieses Dokuments: die eine Auskunft, die einem eine Stunde und dreißig Euro spart und die vorher in keinem Reiseführer stand, den wir gelesen haben. Vier Personen, 15.08.–07.09.2026, Frankfurt → Bahrain → Singapur → Johor Bahru → Mersing → Tioman → Kuala Lumpur → Sandakan → Kota Kinabalu → Kudat → Singapur → Frankfurt.

Es wächst mit der Reise. Was heute noch als offen dasteht, steht in ein paar Tagen mit Datum hier — oder als Fehlschlag, damit es niemand zweimal versucht.

Zuletzt

  1. 19.08.Zwischen Baumaterial im Dorf liegt ein zerlegtes Kleinflugzeug.
  2. 19.08.Eine weiße Katze mit zwei verschiedenfarbigen Augen.
  3. 19.08.Im zollfreien Laden in Tekek steht Cognac in Drei-Liter-Flaschen — und der ist teurer als in Deutschland.
  4. 19.08.Der Pancake zum Frühstück ist ein gerollter Crêpe mit Banane.
  5. 19.08.Die Bucht ist nicht durchgehend Sand, und am späten Vormittag ist sie leer.

Was nicht funktioniert hat 2

  1. „Wechselstube schlägt Geldautomat" — das galt bei uns nicht.
  2. CelcomDigi ließ sich online nicht kaufen.

Die Route

Acht Stationen zwischen Singapur und dem Norden Borneos. Die Anreise über Frankfurt und Bahrain liegt außerhalb des Ausschnitts. An den Stationen hängen die 29 selbst erlebten Einträge — ein zweiter Weg in den Text, über den Ort statt über das Thema.

  1. Singapur215.–17.08. · 05.–07.09.
  2. Johor Bahru417.08. · Grenze und Larkin Sentral
  3. Mersing1117.–18.08. · Fährhafen nach Tioman
  4. Tioman1218.–21.08.
  5. Kuala Lumpur22.–24.08.
  6. Sandakan25.–28.08. · Sabah
  7. Kota Kinabalu29.08.–03.09.
  8. Kudat04.–05.09. · Tip of Borneo

Wie das Dokument zu lesen ist

Jeder Punkt trägt ein Zeichen. Das ist der wichtigste Teil des Dokuments:

Ein Reisebericht, der beides vermischt, ist nichts wert: der Leser kann dann bei keinem einzigen Satz mehr sagen, ob dahinter eine Erfahrung steht oder eine Internetseite.

Unterwegs in Singapur

selbst erlebt

Von der Jalan Besar bis in die Gardens by the Bay: 33 Minuten, abends um sieben (16.08.). Gemessen zwischen „wir sind an der Jalan Besar" und „wir sind am Garten", also inklusive Weg zur Station und Fußweg am Ende. Mit der MRT, Downtown Line, sechs Stationen bis Bayfront.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Die Fahrtrichtung ist die Stolperstelle, und sie kostet den Anschluss. Die Downtown Line fährt einen Bogen: Bayfront (DT16) liegt geografisch südlich von Jalan Besar (DT22), der richtige Zug fährt aber Richtung Bukit Panjang, also scheinbar nach Norden. Auf den Bahnsteig gehört der Blick auf die Stationsnummern, nicht auf die Himmelsrichtung. Ab Bayfront: Ausgang B, Unterführung, dann Dragonfly Bridge oder Meadow Bridge.

selbst erlebt

Garden Rhapsody im Supertree Grove — kostenlos, ohne Ticket, und man steht einfach darunter (16.08.). Keine Absperrung, keine Reihen, kein Einlass: die Zuschauer verteilen sich auf dem Platz zwischen den Bäumen, viele legen sich flach hin, weil die Show nach oben spielt. Wer ein Foto will, braucht keinen bestimmten Platz — aber Abstand, denn ein Supertree füllt aus der Nähe das ganze Bild. Auf dem Weitwinkelfoto unten stehen etliche aufgespannte Schirme in der Menge; die Show läuft also auch bei Regen weiter. (Das ist vom Bild abgelesen, nicht von uns berichtet.)

Telegram 17.08. 09:39auf dieser Seite 17.08. 09:5011 Min

Zwei Supertrees in grünem Licht, dahinter das Marina Bay Sands und der beleuchtete Skyway.
Zwei Supertrees in grünem Licht, dahinter das Marina Bay Sands und der beleuchtete Skyway.
Ein einzelner Supertree von unten, die Krone von innen grün ausgeleuchtet.
Ein einzelner Supertree von unten, die Krone von innen grün ausgeleuchtet.
Drei Supertrees in grünem Licht über der Zuschauermenge im Supertree Grove.
Drei Supertrees in grünem Licht über der Zuschauermenge im Supertree Grove.
2 nachgeschlagene Notizen — nicht selbst geprüft
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Die zweite Lichtshow heißt Spectra und liegt 800 Meter entfernt. Wasser, Licht und Laser, 20:00 und 21:00 an der Event Plaza am Marina Bay Sands, direkt am Stationsausgang; Garden Rhapsody läuft 19:45 und 20:45. Je 15 Minuten. An einem Abend gehen beide: 20:00 Spectra, zehn Minuten Fußweg, 20:45 Garden Rhapsody. Wir waren nur bei Garden Rhapsody — was hier zu Spectra steht, ist Recherche geblieben.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Vom Flughafen in die Stadt entscheidet das Gepäck, nicht der Preis. MRT S$2,20 pro Person (45–50 min, zwei Umstiege), Taxi S$25–45 inklusive S$6 Flughafenzuschlag, am Festpreisschalter ein Sechssitzer für S$75. Ein normales Taxi fasst vier Personen, aber keine vier Koffer für drei Wochen — dann sind es zwei Wagen oder ein Sechssitzer, und der reine Preisvergleich rät falsch.

Grenze Singapur → Malaysia

selbst erlebt

An einem Montagvormittag waren wir gegen 12:00 Ortszeit auf malaysischer Seite durch (17.08.). Losgefahren sind wir in Little India. Wie lange die Kontrolle selbst gedauert hat, ist nicht mitgeschrieben — die Erfahrung anderer ist, dass die Zeit fast vollständig für das Anstehen draufgeht und nicht für die Strecke; der Causeway ist gut einen Kilometer lang.

Telegram 17.08. 04:01auf dieser Seite 17.08. 05:46106 Min

selbst erlebt

In der Grenzhalle hängt die Wegweisung schon. Nach der Kontrolle steht man vor Schildern ↑ JB Sentral. JB Sentral ist der Bahnhof direkt neben dem Grenzgebäude und der Ort, von dem aus es weitergeht — Bus, Taxi, Zug, alles dort. Man muss niemanden fragen.

Telegram 17.08. 04:04auf dieser Seite 17.08. 05:46103 Min

selbst erlebt

Von JB Sentral nach Larkin fährt ein Bus, und der ist der einfachste Weg (17.08.). Larkin Sentral ist der Fernbusbahnhof, von dem es weiter ins Land geht — vom Grenzgebäude sind es rund 5 Kilometer. Der Bus ab JB Sentral nimmt kontaktlos Karte und Google Pay, siehe „Bezahlen“ weiter unten. Empfohlen wird einem meist ein Grab für etwa RM20; der Bus tut dasselbe für einen Bruchteil.

Telegram 17.08. 04:47auf dieser Seite 17.08. 05:4660 Min

5 nachgeschlagene Notizen — nicht selbst geprüft
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Ein Grab lässt sich am Grenzgebäude selbst nicht bestellen. Der Abholpunkt wäre das Erdgeschoss von JB Sentral nebenan. Wer in der Halle die App aufmacht, findet keinen Wagen.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Zu Fuß über den Causeway ist auf malaysischer Seite verboten (RM300–2000, Schilder seit 04/2026). Singapur untersagt es nicht, aber man betritt die andere Seite — also keine Option, auch wenn es auf der Karte nach einem kurzen Weg aussieht.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Mit dem Auto durch bleibt die bequemste Variante mit Gepäck. Grab fährt seit dem 04.05.2026 mit eigener Lizenz über die Grenze (SG>JB (Beta) in der App, Vorlauf 6 Stunden bis 7 Tage). Im Auto bleiben alle an beiden Kontrollen sitzen, die Pässe gehen durchs Fenster, Fingerabdruck und Gesichtsscan im Wagen, das Gepäck bleibt im Kofferraum. Im Bus steigt man zweimal mit allem Gepäck aus. Sechssitzer rund S$120 = 81 Euro von der Hoteltür bis Larkin Sentral.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Die Malaysia Digital Arrival Card (MDAC) ist auch an der Landgrenze Pflicht. Für Deutsche gibt es keine Ausnahme, kostenlos, frühestens 3 Tage vor Ankunft, nur über imigresen-online.imi.gov.my/mdac/mainbezahlte Nachbauten ranken bei Google darüber, also die Adresse eintippen statt auf ein Suchergebnis klicken. Nötig sind Pass, Ankunftsdatum, die malaysische Unterkunftsadresse, E-Mail und Telefonnummer. Die Falle beim Nachlesen: fast alle Treffer zu „MDAC Ausnahme" handeln von Singapurern und lesen sich wie eine Entwarnung für alle.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Für Singapur gibt es dasselbe (SG Arrival Card), und sie gilt pro Einreise. Wer wie wir zweimal einreist, braucht sie zweimal. Kostenlos, frühestens 3 Tage vorher, nur eservices.ica.gov.sg/sgarrivalcard oder die MyICA-App.

Von der Grenze nach Mersing

selbst erlebt

Von der Grenze bis zum Fährterminal in Mersing: gut vier Stunden (17.08.). Gemessen zwischen „wir sind durch die Kontrolle" um 12:01 Ortszeit und dem Foto vom Fährterminal um 16:11 — darin steckt alles: der Weg nach Larkin, das Warten und die Fahrt. Wer die Fähre nach Tioman am selben Tag noch erreichen will, plant für diese Strecke einen halben Tag ein.

Telegram 17.08. 08:11auf dieser Seite 17.08. 08:177 Min

selbst erlebt

Der Fernbus hält direkt am Fährterminal Plaza D'Jeti (17.08.). Terminal, Ticketschalter, Läden und Busvorfahrt liegen auf demselben Platz; zwischen Aussteigen und Fährschalter liegt kein Umstieg und keine zweite Fahrt.

selbst erlebt

Mitte August hängt in Johor überall Flaggenschmuck (17.08.). Malaysische Flaggen und die Johor-Flagge an Zäunen, Masten und Hauswänden, auch in kleinen Orten. Der Nationalfeiertag Merdeka ist am 31. August, die Dekoration steht Wochen vorher — schöner Nebeneffekt für Fotos, und ein Hinweis darauf, dass Ende August mit vollen Straßen und Feiertagsverkehr zu rechnen ist.

In Mersing

selbst erlebt

Der Ort ist voller Katzen (17.08.). Jens' Meldung dazu bestand aus einem Satz: „Wir lieben die vielen Katzen." Auf den Fotos sind es drei verschiedene Tiere an drei Stellen im Ortskern, alle satt, keines auf der Flucht: eine schwarze im Schatten unter einem Marktwagen, eine rot-weiße quer über die Fliesen gestreckt und schlafend, eine schwarz-weiße, die im Vorbeigehen kurz herüberschaut. Das ist keine Ausnahme dieses Tages — es ist das, wonach eine malaysische Kleinstadt aussieht.

Telegram 17.08. 08:59auf dieser Seite 17.08. 09:1921 Min

Eine schwarze Katze liegt im Schatten unter einem Marktwagen.
Eine schwarze Katze liegt im Schatten unter einem Marktwagen.
Eine rot-weiße Katze schläft ausgestreckt auf einem Fliesenboden.
Eine rot-weiße Katze schläft ausgestreckt auf einem Fliesenboden.
Eine schwarz-weiße Katze läuft über das Kopfsteinpflaster am Straßenrand.
Eine schwarz-weiße Katze läuft über das Kopfsteinpflaster am Straßenrand.
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Streicheln ist hier harmlos — auf Borneo ist es das nicht, und zwar genau in dem Teil, den die wenigsten dafür halten. Die malaysische Halbinsel, also auch Johor und Mersing, gilt seit Juli 2013 als tollwutfrei; der letzte Fall beim Menschen war 1998. In Sarawak dagegen läuft seit 2017 ein Ausbruch, der bis heute Tote fordert: zwischen Januar und Mitte September 2025 wurden dort 13.894 Tierbisse gemeldet, und 59,7 % davon gingen auf Katzen zurück, nicht auf Hunde. Sabah — Sandakan, Kota Kinabalu, Kudat — gilt dagegen ebenfalls als tollwutfrei. Die beiden Staaten liegen auf derselben Insel und werden ständig verwechselt. Wer also auf Borneo eine Katze anfasst, sollte vorher wissen, in welchem der beiden er steht; und nach Biss oder Kratzer gilt überall dasselbe: sofort zum Arzt, nicht abwarten.

selbst erlebt

Am Geldautomaten der BSN in Mersing kam Geld heraus, mit einer Reisekreditkarte und ohne Gebühr (17.08.). Das ist die praktisch wichtigste Auskunft dieses Abschnitts, und sie widerspricht dem, was wir vorher angenommen hatten (siehe „Bezahlen"): weder wurde die Karte abgelehnt noch eine Fremdkartengebühr fällig — und ausgerechnet bei der Bank, von der wir hier abgeraten hatten. Wer eine Reisekreditkarte ohne Auslandsentgelt dabeihat, braucht für Mersing keine Wechselstube und muss sich in Johor Bahru nicht mit Bargeld eindecken.

Telegram 17.08. 08:59auf dieser Seite 17.08. 09:4041 Min

selbst erlebt

RM500 waren es, und das ist knapper, als es klingt (17.08.). Fest verplant sind davon RM165: RM105 Marine-Park-Gebühr am Fährschalter in Mersing und RM60 Touristensteuer in der Unterkunft auf Tioman. Bleiben RM335 für vier Personen und drei Inseltage — Frühstück ist in der Unterkunft enthalten, Bootsfahrten zwischen den Buchten und eine Schnorcheltour nicht. Wir hatten dafür vorher RM800–1.200 veranschlagt, allerdings geschätzt und ohne Quelle. Wer nicht darauf ankommen lassen will, hebt in Mersing nach, solange fünf Banken nebeneinander stehen; auf der Insel ist es genau einer, und ein Inselautomat kann leer sein.

Telegram 17.08. 09:36auf dieser Seite 17.08. 09:404 Min

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Gebührenfrei heißt nicht zinsfrei. Bei vielen Kreditkarten ist eine Bargeldabhebung eine Barverfügung und wird ab dem Tag der Abhebung verzinst, auch wenn keine Gebühr anfällt — bei manchen Reisekarten ist beides erlassen, bei anderen nur die Gebühr. Das steht in den Kartenbedingungen, nicht am Automaten. Wir haben es für unsere Karte nicht nachgesehen; es ist der einzige Punkt in diesem Abschnitt, den wir nicht selbst geprüft haben.

Ein Geldautomat in Mersing, mitten in einer laufenden Abfrage.
Ein Geldautomat in Mersing, mitten in einer laufenden Abfrage.
Eine Bankfiliale in der Geschäftszeile von Mersing, davor geparkte Roller.
Eine Bankfiliale in der Geschäftszeile von Mersing, davor geparkte Roller.
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Das auffällige leerstehende Gebäude im Ortskern war einmal ein Kino. Der Schriftzug über dem Eingang ist bis auf die Schatten der Buchstaben verschwunden, aber das letzte Wort endet erkennbar auf THEATRE, und der fensterlose Aufbau auf dem Dach ist der Turm, in dem bei alten Lichtspielhäusern die Technik saß. Den Namen gibt keine offene Quelle her. Eine Spur führt trotzdem weiter: In Mersing gibt es einen im Ort bekannten Nudelstand namens Mee Goreng Panggung Wayang — wörtlich „Kino-Nudeln" —, der der Überlieferung nach früher im Kino selbst stand; auf Google Maps zu finden als „Panggung Cafe Mersing". Ob es dieses Gebäude war, sagt das nicht.

Ein leerstehendes ehemaliges Kino im Ortskern von Mersing.
Ein leerstehendes ehemaliges Kino im Ortskern von Mersing.
selbst erlebt

Am Spätnachmittag spielt sich der Ort an der Strandpromenade ab (17.08.). Ein asphaltierter Weg zwischen Kokospalmen und Meer, Pavillons zum Sitzen, Spielgeräte, dahinter die Straße mit den Parkplätzen. Auf dem Foto gehen Familien spazieren, Kinder fahren Rad, an den Masten hängen schon die Flaggen für Merdeka. Wer in Mersing auf die Fähre wartet und nicht weiß, wohin: hierhin — es ist der Ort, an dem abends alle sind. (Vom Bild abgelesen, nicht von uns berichtet.)

Telegram 17.08. 10:21auf dieser Seite 17.08. 10:5837 Min

Die Strandpromenade von Mersing am Spätnachmittag: Kokospalmen, ein gepflasterter Weg, Pavillons und dahinter die Straße.
Die Strandpromenade von Mersing am Spätnachmittag: Kokospalmen, ein gepflasterter Weg, Pavillons und dahinter die Straße.

Von Mersing nach Tioman — der Ablauf vor dem Einsteigen

Eine Fähre ist kein Zug. Zwischen dem Terminal und dem Boot liegen mehrere Schalter, zwei davon nehmen ausschließlich Bargeld, und die Abfahrtszeit steht nicht im Fahrplan, sondern im Tidenkalender. Dieser Abschnitt ist am Vorabend geschrieben und deshalb durchgehend mit ○ gekennzeichnet — was davon morgen wirklich so war, steht am 18.08. hier.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Die Abfahrtszeit hängt an der Tide und wechselt jeden Tag. Das Hafenbecken von Mersing ist flach; die Fähre kann nur ablegen, wenn genug Wasser darunter ist. Im veröffentlichten Augustplan steht deshalb an jedem Tag etwas anderes: am 15.08. 08:30 und 13:00, am 16.08. nur 10:00, am 17.08. 10:30 und 15:00, am 18.08. 11:30. Wer die Abfahrtszeit aus einem Reiseführer oder von der Vorwoche übernimmt, plant an der Sache vorbei — und der Betreiber schreibt selbst dazu, der Plan könne sich ohne Ankündigung ändern. Der zweite Hafen, Tanjung Gemok (der alte Name Teluk Gading steht noch in vielen Buchungen), liegt 40 Kilometer nördlich und hat das Problem nicht, weil dort das Wasser tief genug ist. Beide Häfen fahren nach Tioman, aber nur einer steht auf dem eigenen Ticket.

selbst erlebt

Und so sieht das aus (17.08., 18:20 Ortszeit). Am Abend vor der Überfahrt lagen die kleinen Boote am gegenüberliegenden Ufer im Schlick, während die beiden großen Boote am Steg noch schwammen. Das ist kein Wetterschaden und kein schlechter Tag — das ist der normale Tidenhub, und es ist der Grund, warum die Abfahrtszeit in Mersing jeden Tag eine andere ist. Wer dieses Bild vor Augen hat, versteht den Fahrplan sofort.

Telegram 17.08. 10:21auf dieser Seite 17.08. 10:3817 Min

Der Hafen von Mersing bei Niedrigwasser: kleine Boote liegen am Ufer im Schlick, zwei größere Boote liegen am Steg im Wasser.
Der Hafen von Mersing bei Niedrigwasser: kleine Boote liegen am Ufer im Schlick, zwei größere Boote liegen am Steg im Wasser.
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Am selben Kai sitzt das Jabatan Laut, die malaysische Seefahrtbehörde. Das Gebäude mit dem grünen Türmchen steht direkt an der Flussmündung. Für Reisende ist es kein Anlaufpunkt — es ist aber der Beleg dafür, dass hier nicht nur Ausflugsboote liegen: Mersing ist ein Arbeitshafen mit Fischerei, und der Fährbetrieb teilt sich das Wasser mit ihr.

Blick vom Kai auf die Flussmündung von Mersing, links das Gebäude der Seefahrtbehörde, am gegenüberliegenden Ufer Fischerboote.
Blick vom Kai auf die Flussmündung von Mersing, links das Gebäude der Seefahrtbehörde, am gegenüberliegenden Ufer Fischerboote.
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Nacheinander abzuarbeiten sind drei Schalter, und die Reihenfolge ist vorgegeben.

  1. Fährschalter. Die Onlinebuchung wird gegen Bordkarten getauscht. Die Pässe aller Reisenden werden gescannt und registriert, es genügt nicht, dass einer für alle geht.
  2. Marine-Park-Schalter. Bar, gegen Vorlage der Fährtickets. Den Beleg aufheben: die Unterkünfte auf Tioman fragen beim Einchecken danach, und er gilt für den ganzen Aufenthalt.
  3. Schalter für die Johor-Gebühr. Eigener Schalter, eigener Betrag — am 18.08. wurde sie allerdings nicht erhoben, siehe unten.
selbst erlebt

Kassiert wird nicht im Terminal, sondern in einem Büro in der Nähe der Anlegestelle (18.08.). Jens hat es am Morgen der Überfahrt gemeldet: das Büro liegt abseits des Terminalgebäudes, davor steht ein Pavillon — daran ist es zu erkennen. Die Bordkarten gibt es also an der einen Stelle, gezahlt wird an der anderen. Das ist ein zusätzlicher Weg, und in unserer Planung weiter unten stand er nicht. Welche Gebühr dort verlangt wird, steht zwei Absätze weiter; der Betrag steht noch aus.

Telegram 18.08. 02:12auf dieser Seite 18.08. 02:165 Min

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Die Gebühren — und die eine, bei der die Quellen auseinandergehen. Die Marine-Park-Gebühr ist unstrittig: Ausländer zahlen RM30 als Erwachsene und RM15 als Kind von 6 bis 12 Jahren, unter 6 frei, Senioren ab 60 ebenfalls RM15 (Sätze des malaysischen Fischereiministeriums). Für uns vier — drei Erwachsene, ein Zwölfjähriger — sind das RM105. Dazu kommt eine Johor-Nationalparkgebühr von RM20 für Erwachsene, die ausdrücklich nur bei Abfahrt ab Mersing erhoben wird, nicht ab Tanjung Gemok. Beim Kindersatz nennt eine Quelle RM5, eine andere RM10; für uns wären es also RM65 oder RM70. Und der Autor eines sehr ausführlichen Führers schreibt, er sei ihr in der Praxis nie begegnet. Das ist der Grund, sie trotzdem in bar dabeizuhaben: nicht erhoben zu werden kostet nichts, sie nicht dabeizuhaben kostet die Fähre.

selbst erlebt

Erhoben wurde nur die Marine-Park-Gebühr (18.08.). Damit ist die Frage entschieden, bei der die Quellen im Absatz darüber auseinandergehen: Im Büro an der Anlegestelle wurde allein die Marine-Park-Gebühr kassiert, kein zweiter Betrag und kein zweiter Schalter. Der Autor, der schrieb, er sei der Johor-Gebühr in der Praxis nie begegnet, behält also recht. Wir würden sie trotzdem weiter in bar dabeihaben — ein Dienstagvormittag im August widerlegt keine Gebührenordnung, er zeigt nur, dass an diesem Tag an dieser Stelle nicht kassiert wurde. Was die Marine-Park-Gebühr am Ende gekostet hat, steht hier, sobald es gemeldet ist.

Telegram 18.08. 02:19auf dieser Seite 18.08. 02:3920 Min

3 nachgeschlagene Notizen — nicht selbst geprüft
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Beide Gebühren nur bar — und im Terminal steht kein Geldautomat. Die nächsten Bankautomaten sind 400 bis 494 Meter entfernt, also fünf bis sieben Minuten zu Fuß (aus den Koordinaten von OpenStreetMap gerechnet, nicht abgelaufen). Fünf Banken stehen dort nebeneinander, und für alle, die im Ortskern übernachten, dreht sich das Verhältnis um: von der Jalan Abu Bakar aus sind es zur Bank Simpanan Nasional 85 Meter und zur Public Bank 90 — das Geld holt man also vor dem Auschecken und nicht auf dem Weg zum Schiff. Kleine Scheine verlangen: die Kassen an den Gebührenschaltern haben wenig Wechselgeld.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Wann man dort sein muss. Die Ticket-Halle ist von 07:30 bis 20:00 geöffnet. Der Check-in beginnt eine Stunde vor Abfahrt, die Bordkarten gibt es je nach Andrang erst 30 Minuten vorher, und am Steg sollte man 30 Minuten vor Abfahrt stehen. Empfohlen werden 60 Minuten in ruhigen Zeiten und 90 in den Schulferien. Mehr als anderthalb Stunden bringen nichts, weil vorher niemand am Schalter sitzt.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Das Gepäck nimmt die Mannschaft beim Einsteigen ab und fragt, wo man aussteigt. Das Boot hält auf Tioman an mehreren Dörfern — Genting, Paya, Tekek, ABC, Salang. Wer den Namen seines Dorfes nicht sofort sagen kann, sucht sein Gepäck später in der falschen Bucht.

selbst erlebt

Die Wartehalle ist ein offener Pavillon, kein Gebäude (18.08.). Ein Ziegeldach auf Stützen, an den Seiten offen, Deckenventilatoren unter dem Dach, feste Stuhlreihen, zwei Bildschirme mit den Abfahrten. Klimaanlage gibt es hier nicht und kann es nicht geben — wer sich auf eine gekühlte Halle einstellt, wartet in der Mittagshitze falsch angezogen. Der Schatten ist das ganze Angebot, und er reicht.

Telegram 18.08. 03:32auf dieser Seite 18.08. 03:419 Min

Die offene Wartehalle des Fährterminals in Mersing: Ziegeldach auf Stützen, Deckenventilatoren, blaue Stuhlreihen, wartende Reisende.
Die offene Wartehalle des Fährterminals in Mersing: Ziegeldach auf Stützen, Deckenventilatoren, blaue Stuhlreihen, wartende Reisende.
selbst erlebt

Eingestiegen wird vom Steg aus, direkt neben dem Rumpf (18.08.). Die Schlange steht unter einem Vordach, jeder mit seinem Gepäck am Körper. Das Boot ist ein Katamaran, der Betreiber heißt Cataferry — der Name steht in großen Buchstaben an der Bordwand, und damit weiß man am Steg, ob man vor dem richtigen Boot steht.

Telegram 18.08. 03:32auf dieser Seite 18.08. 03:419 Min

Die Warteschlange auf dem Steg in Mersing, davor der Katamaran mit dem Schriftzug Cataferry.
Die Warteschlange auf dem Steg in Mersing, davor der Katamaran mit dem Schriftzug Cataferry.
selbst erlebt

Gefahren wird in einer geschlossenen Kabine, nicht an Deck (18.08.). Bestuhlung wie im Flugzeug, Bildschirme an der Trennwand, an der Wand eine Tafel mit den verbotenen Gegenständen. Vor dem Ablegen läuft ein Sicherheitsvideo mit den Schwimmwesten. Was man unterwegs braucht, gehört deshalb in die Tasche am Sitz und nicht in das Gepäck, das beim Einsteigen abgegeben wird. Um 11:32 Ortszeit saßen wir an Bord, geplant war die Abfahrt um 11:30 — die Zeiten aus der Tabelle unten haben bis zum Sitzplatz getragen.

Telegram 18.08. 03:32auf dieser Seite 18.08. 03:419 Min

Blick nach vorn in der Kabine der Fähre: Sitzreihen wie im Flugzeug, ein Bildschirm mit dem Sicherheitsvideo, daneben ein Schild mit verbotenen Gegenständen.
Blick nach vorn in der Kabine der Fähre: Sitzreihen wie im Flugzeug, ein Bildschirm mit dem Sicherheitsvideo, daneben ein Schild mit verbotenen Gegenständen.
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Die Reihenfolge, die wir morgen früh gehen — Fähre 11:30.

ZeitWas
09:00Geld holen, 85 Meter vom Haus, an dem Automaten, der gestern funktioniert hat. Kleine Scheine mitnehmen
09:45Auschecken (bis 12:00 möglich, aber der Rest des Vormittags soll nicht daran hängen)
10:00Am Terminal. Pässe griffbereit, Bordkarten holen
10:20Ins Büro an der Anlegestelle, erkennbar am Pavillon davor: Marine-Park-Gebühr bar, Beleg zu den Pässen. Die Johor-Gebühr wurde nicht verlangt
10:45Essen und Toilette — beides gibt es am Terminal, auf dem Boot nicht
11:00Am Steg. Gepäck abgeben, Dorf nennen: Tekek
11:30Ablegen

Auf Tioman — was uns dort erwartet

Der Abschnitt entstand vor der Ankunft, deshalb steht darin fast überall ○. Was wir seit dem 18. August selbst gesehen haben, steht oben mit ✓; die ○-Sätze darunter warten weiter auf ihre Prüfung.

selbst erlebt

Die Unterkunft steht direkt auf dem Sand (18.08.). Kein Hotelgebäude, sondern eine Reihe weißer Häuschen nebeneinander, jedes mit eigener Tür zum Strand. Zwischen der letzten Stufe und dem Wasser liegen ein paar Schritte Sand und keine Straße. Vor den Türen liegen Kajaks für die Gäste, an einem Baum hängen handgemalte Schilder Richtung Frühstück und Dusche. Wer eine Lobby und einen Empfangstresen erwartet, sucht vergeblich: die Tür des Häuschens ist der Eingang.

Telegram 18.08. 06:56auf dieser Seite 18.08. 07:037 Min

Eine Reihe weißer Strandhäuschen unter Palmen und Bäumen, davor ein Kajak auf dem Sand, links das flache türkisfarbene Wasser der Bucht.
Eine Reihe weißer Strandhäuschen unter Palmen und Bäumen, davor ein Kajak auf dem Sand, links das flache türkisfarbene Wasser der Bucht.
selbst erlebt

Die Bucht ist flach und ruhig, der Steg liegt am anderen Ende in Sichtweite (18.08.). Helles Wasser ohne Wellen, klar bis weit hinaus, dahinter bewaldete Hügel bis ans Ufer. Am Wasserrand hängt eine Hängematte zwischen zwei Pfosten. Kurz vor 15 Uhr Ortszeit war der Strand leer. Am anderen Ende der Bucht steht ein langer Steg, davor ein paar Dächer — mehr ist von hier aus nicht zu erkennen.

Telegram 18.08. 06:56auf dieser Seite 18.08. 07:037 Min

Heller Sandstrand mit ruhigem türkisfarbenem Wasser, dahinter bewaldete Hügel; am Ende der Bucht ein langer Steg.
Heller Sandstrand mit ruhigem türkisfarbenem Wasser, dahinter bewaldete Hügel; am Ende der Bucht ein langer Steg.
selbst erlebt

Die Unterkunft heißt Coral Reef Holiday Resort, und gefrühstückt wird auf dem Sand (19.08.). Der Name stand bis jetzt als „Coral Beach oder so" hier — er ist damit geklärt. Die Tische stehen im Freien zwischen Palmen und Wasserlinie, weiße Decken, schwarze Plastikstühle, dazwischen ein Sonnenschirm. Hinter den Tischen liegt eine Reihe heller Felsblöcke als Uferschutz, dahinter das türkisfarbene Wasser der Bucht. Zum Frühstück gab es zwei hohe Gläser Fruchtgetränk, eines magentafarben aus Drachenfrucht, eines hellgelb. Ob sie im Preis enthalten sind oder extra bezahlt wurden, ist hier nicht gemessen — das Frühstück selbst ist laut Buchung enthalten.

Telegram 19.08. 03:26auf dieser Seite 19.08. 03:304 Min

Zwei hohe Gläser mit Fruchtgetränken auf einem Tisch am Strand, links magentafarben aus Drachenfrucht, rechts hellgelb; dahinter Felsblöcke, das türkisfarbene Wasser der Bucht und Palmen.
Zwei hohe Gläser mit Fruchtgetränken auf einem Tisch am Strand, links magentafarben aus Drachenfrucht, rechts hellgelb; dahinter Felsblöcke, das türkisfarbene Wasser der Bucht und Palmen.
selbst erlebt

Der Pancake zum Frühstück ist ein gerollter Crêpe mit Banane (19.08.). Kein Stapel amerikanischer Pfannkuchen, sondern ein dünner Teigfladen, zusammengerollt, mit Puderzucker bestäubt und mit drei Bananenscheiben belegt. Die Füllung ist hellbraun und grob; benennen lässt sie sich vom Bild nicht. Dazu Kaffee im Glasbecher und eine Flasche mit bernsteinfarbenem Sirup oder Honig auf dem Tisch. Herzhaftes liegt nicht dabei — kein Ei, kein Toast, kein Speck. Ob es das auf Nachfrage gibt, haben wir nicht gefragt.

Telegram 19.08. 03:48auf dieser Seite 19.08. 03:535 Min

Ein gerollter Pfannkuchen mit Puderzucker und drei Bananenscheiben auf einem weißen Teller, daneben Messer und Gabel, dahinter ein Glasbecher mit Kaffee und eine Flasche Sirup.
Ein gerollter Pfannkuchen mit Puderzucker und drei Bananenscheiben auf einem weißen Teller, daneben Messer und Gabel, dahinter ein Glasbecher mit Kaffee und eine Flasche Sirup.
selbst erlebt

Die Bucht ist nicht durchgehend Sand, und am späten Vormittag ist sie leer (19.08.). Ein Stück des Ufers ist mit einer Schüttung aus hellen Felsblöcken befestigt, mehrere Meter breit — wer den Strand als eine einzige Sandfläche erwartet, irrt sich an dieser Stelle. Daneben beginnt der Sand und läuft in einer flachen Kurve die Bucht entlang bis zu einer bewaldeten Landspitze, an der ein Pavillon mit orangem Ziegeldach auf gelb gestrichenen Pfosten steht. Weit draußen vor der Bucht liegt eine kleine bewaldete Felseninsel. Am Baumsaum liegt einiges im Sand: ein schwarzes Netz, ein alter Sack, eine helle Blechplatte — geharkt wird hier nichts. Um kurz vor zwölf Uhr Ortszeit war kein einziger Mensch am Strand.

Telegram 19.08. 03:48auf dieser Seite 19.08. 03:535 Min

Blick über eine Schüttung heller Felsblöcke auf den leeren Sandstrand der Bucht, links Bäume und die roten Dächer der Unterkunft, rechts türkisfarbenes Wasser und weit draußen eine kleine bewaldete Felseninsel.
Blick über eine Schüttung heller Felsblöcke auf den leeren Sandstrand der Bucht, links Bäume und die roten Dächer der Unterkunft, rechts türkisfarbenes Wasser und weit draußen eine kleine bewaldete Felseninsel.
selbst erlebt

Der Regenwald steht direkt hinter den Häusern von Tekek (18.08.). Hinter der Häuserzeile am Dorfrand steigt der Hang sofort an, dicht bewachsen bis zum Grat, und aus dem Blätterdach ragen einzelne hohe Bäume heraus. Zwischen dem letzten Dach und dem Wald liegt weder Feld noch Garten. Wer auf der Dorfstraße steht, hat auf der einen Seite Wellblechdächer und auf der anderen den Wald.

Telegram 18.08. 09:43auf dieser Seite 18.08. 10:0724 Min

Bewaldeter Hang direkt hinter einer Reihe kleiner Häuser mit Blechdächern, davor Sandfläche, Bänke und Stromleitungen.
Bewaldeter Hang direkt hinter einer Reihe kleiner Häuser mit Blechdächern, davor Sandfläche, Bänke und Stromleitungen.
selbst erlebt

Die Dorfstraße in Tekek ist ein Betonstreifen, und viel fährt darauf nicht (18.08.). Eine Fahrspur breit, an den Rändern orange-weiße Plastikbaken, dazwischen kleine Läden unter Blechdächern, ein blaues Pavillonzelt mit einer Kühltruhe davor und eine Brücke mit weißem Geländer. Unterwegs waren ein Roller, eine Ziege quer über die Fahrbahn und ein einzelner Pick-up mit Firmenaufkleber an der Tür. An Masten und Zäunen hängen Malaysia-Flaggen.

Telegram 18.08. 09:43auf dieser Seite 18.08. 10:0724 Min

Dorfstraße aus Beton, ein Roller fährt Richtung Brücke, eine Ziege überquert die Fahrbahn, links Läden unter Blechdächern, dahinter der bewaldete Hang.
Dorfstraße aus Beton, ein Roller fährt Richtung Brücke, eine Ziege überquert die Fahrbahn, links Läden unter Blechdächern, dahinter der bewaldete Hang.
Blick die Dorfstraße hinunter zur Brücke mit weißem Geländer, rechts ein blaues Pavillonzelt mit Malaysia-Flagge, links Läden und Bananenstauden.
Blick die Dorfstraße hinunter zur Brücke mit weißem Geländer, rechts ein blaues Pavillonzelt mit Malaysia-Flagge, links Läden und Bananenstauden.
Derselbe Blick, im Vordergrund rechts ein schwarzer Pick-up mit Firmenaufkleber an der Tür.
Derselbe Blick, im Vordergrund rechts ein schwarzer Pick-up mit Firmenaufkleber an der Tür.
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Die Flaggen hängen wegen des Monats. Malaysia feiert am 31. August den Unabhängigkeitstag, Hari Merdeka; im ganzen August hängen Landes- und Bundesstaatsflaggen an Häusern, Zäunen und Straßenmasten. An diesem Tag sind wir in Kota Kinabalu.

selbst erlebt

Am Ufer in Tekek steht eine Tafel, die die ganze Insel auf einen Blick sortiert (18.08.). Blaues Gestell, seitlich in großen Buchstaben „Pulau Tioman", darin eine gezeichnete Karte mit einem Kasten pro Dorf. Tekek: Marina, Zentrum des Marine Parks, Golfplatz, der Dschungelpfad nach Juara quer über die Insel, dazu eine Seilrutsche am Keluang. Salang ganz im Norden: eine Walfels-Skulptur und der Waldweg von Panuba herüber. Juara auf der Ostseite, als einziges Dorf am offenen Meer: zwei Wasserfälle, ein Aussichtspunkt, eine Surfschule. Im Süden Nipah und Mukut: Höhle, Kajak, der Wasserfall von Asah und eine Via ferrata am Gunung Nenek Semukut. Zwischen den Dörfern liegen die Tauchinseln — Chebeh, Tulai, Labas, Sepoi, Soyak, Renggis, Jahat — jede mit Taucher- oder Schnorchelzeichen. Was davon stimmt, steht hier erst, wenn wir es selbst gesehen haben.

Telegram 18.08. 10:18auf dieser Seite 18.08. 10:246 Min

Blaue Infotafel am Uferweg mit der Aufschrift „Pulau Tioman"; darin eine gezeichnete Inselkarte mit Dörfern, Tauchplätzen und Aktivitätslisten.
Blaue Infotafel am Uferweg mit der Aufschrift „Pulau Tioman"; darin eine gezeichnete Inselkarte mit Dörfern, Tauchplätzen und Aktivitätslisten.
selbst erlebt

In den Nadelbäumen am Ufer von Tekek hängen Flughunde, und zwar zu Dutzenden (18.08.). Kurz vor halb sieben abends, gut eine Stunde vor Sonnenuntergang, hängen sie noch: dunkle Bündel an den dünnen Zweigen, kopfüber, jedes in seine eigenen Flughäute gewickelt, an manchen Ästen drei oder vier nebeneinander. In den vergrößerten Ausschnitten sind über sechzig einzeln zu zählen; wo sie dicht hängen, gehen sie ineinander über, die Kolonie ist also größer. Der Baumstreifen steht zwischen dem Betonweg und dem Sand, dahinter der Strand. Vom Weg aus sieht man sie erst, wenn man nach oben schaut — von unten sind es Schatten im Geäst.

Telegram 18.08. 10:30auf dieser Seite 18.08. 10:378 Min

Nadelbäume am Strand von Tekek, an ihren Zweigen hängen dutzende dunkle Flughunde kopfüber im Geäst; dahinter ein Betonweg und der Sandstrand.
Nadelbäume am Strand von Tekek, an ihren Zweigen hängen dutzende dunkle Flughunde kopfüber im Geäst; dahinter ein Betonweg und der Sandstrand.
3 nachgeschlagene Notizen — nicht selbst geprüft
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Es sind Inselflughunde, und dieser Baumstreifen ist einer von nur zwei Schlafplätzen der ganzen Insel. Auf Tioman lebt Pteropus hypomelanus, der Inselflughund. Eine Zählung von März bis Oktober 2015 fand die Tiere an genau zwei Orten: in Tekek und in Juara. Ergebnis damals 675 bis 1.033 Tiere in Juara und 2.178 bis 5.385 auf der ganzen Insel — der größere Teil hängt also hier. Auf der internationalen Roten Liste gilt die Art als nicht gefährdet, auf der malaysischen als stark gefährdet, und der Bestand nimmt ab. Welche Art da hängt, ist nicht am Foto entschieden, sondern aus der Untersuchung übernommen (Aziz u.a., Human Ecology 2017).

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Diese Tiere bestäuben Durian — nachgewiesen wurde das zum ersten Mal auf dieser Insel. In Juara, auf der anderen Seite von Tioman, hingen von April bis Juli 2015 neunzehn Kamerafallen in vier blühenden Durianbäumen. Die Flughunde trinken den Nektar, ohne die Blüte zu zerstören, und arbeiten oberhalb von sechs Metern, wo die kleineren Nektarfledermäuse nicht hinkommen. Die Bäume mit den meisten Flughund-Besuchen trugen reife Früchte, die mit wenigen nicht. Viele Bauern halten die Tiere für Schädlinge, weil sie in den Blüten sitzen; tatsächlich hängt die Ernte an ihnen (Aziz u.a., Ecology and Evolution 2017).

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Einen Flughund nicht anfassen, auch keinen toten. Das ist die einzige Regel, die es braucht, und sie gilt für jede Fledermaus weltweit. Ansehen, fotografieren und darunter weitergehen ist unbedenklich.

noch offen

Offen, kommt noch: was die Marine-Park-Gebühr am Fährschalter tatsächlich gekostet hat, ob der Beleg beim Einchecken verlangt wurde, und wie man vom Steg zur Unterkunft kommt — zu Fuß oder mit dem Boot.

2 nachgeschlagene Notizen — nicht selbst geprüft
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Tekek ist das Dorf mit der Infrastruktur — und die ganze Insel hängt daran. Es gibt auf Tioman genau einen Geldautomaten, eine BSN, gleich um die Ecke vom Flugfeld in Tekek. Dazu kommen dort die Bank, eine kleine Klinik, die Polizei, eine Wechselstube, das Informationszentrum des Marine Parks und die großen zollfreien Läden. Wer in einer der anderen Buchten wohnt, nimmt für jede dieser Sachen ein Boot. Das ist der praktische Grund, in Tekek zu übernachten, und er hat mit dem Strand nichts zu tun.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

„Tioman ist bargeldlos" stimmt — und hilft uns nicht. Die Insel hat am 7. August 2023 offiziell umgestellt: die BSN hat QR-Codes, Kartenterminals und Bankagenten (Ejen Bank BSN) in die Dörfer gebracht, und die Bank schreibt heute, fast jeder Einkauf laufe darüber. Die Wege dahinter sind aber malaysische — DuitNow QR, malaysische Debitkarte, Überweisung. Einen DuitNow-Code scannt man mit einer malaysischen Bank-App, nicht mit einer deutschen. Die eine Brücke, die es dafür gab, ist zu: die App My TouristPay, mit der Fremde ihre Visa oder Mastercard hinterlegen und damit DuitNow-Codes scannen konnten, wurde zum 31. Dezember 2024 eingestellt — Anleitungen dazu stehen weiter im Netz und lesen sich wie aktuell. Und die Alipay+-Kopplung verbindet nur asiatische Geldbörsen (AlipayHK, GCash, Kakao Pay, TrueMoney), keine europäischen. Für uns bleiben deshalb zwei Wege: Kartenterminals, wo es welche gibt, und der eine Geldautomat in Tekek. Wer die Schlagzeile liest und daraufhin weniger Bargeld einpackt, zieht genau den falschen Schluss.

selbst erlebt

Im zollfreien Laden in Tekek steht Cognac in Drei-Liter-Flaschen — und der ist teurer als in Deutschland (19.08.). Auf dem Verkaufstisch stehen drei Flaschen zu je drei Litern nebeneinander, dahinter Regale mit Johnnie Walker, Chivas, Dewar's und weiteren Martells. Die gelben Preisschilder tragen den Ladennamen Star Glory: Martell XO 3 l für 3.980 RM, Hennessy XO 3 l für 4.775 RM, Martell Cordon Bleu 3 l für 3.300 RM. Zum Kurs vom 18.08. (1 RM = 0,2128 €) sind das 847 €, 1.016 € und 702 €, also 282 €, 339 € und 234 € je Liter. Der deutsche Handel verlangt für dieselben drei Marken in der 0,7-Liter-Flasche 154 €, 178,50 € und 122,89 € — das sind 220 €, 255 € und 176 € je Liter. Die zollfreie Flasche ist damit 28 bis 33 Prozent teurer als dieselbe Marke zu Hause. Ein Vorbehalt gehört dazu: Drei-Liter-Flaschen sind auch in Deutschland ein Sonderformat mit eigenem Aufschlag, verglichen wird hier gegen die gängige 0,7-Liter-Größe. Die Richtung ändert das nicht.

Telegram 19.08. 08:21auf dieser Seite 19.08. 08:309 Min

Drei Cognacflaschen zu je drei Litern auf einem Verkaufstisch — Martell XO, Hennessy XO und Martell Cordon Bleu — mit gelben Preisschildern davor, dahinter Regale voller Spirituosen.
Drei Cognacflaschen zu je drei Litern auf einem Verkaufstisch — Martell XO, Hennessy XO und Martell Cordon Bleu — mit gelben Preisschildern davor, dahinter Regale voller Spirituosen.
6 nachgeschlagene Notizen — nicht selbst geprüft
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Die Insel ist zollfrei, seit 2002 — mitnehmen darf man davon einen Liter pro Person. Alkohol, Tabak und Schokolade kosten dort weniger als auf dem Festland, genannt werden bis zu 50 Prozent; für Cognac stimmt das nicht, siehe oben. Der größte Laden steht in Tekek. Beim Zurückfahren aufs Festland gilt die malaysische Freimenge für die zollfreien Inseln: ein Liter Wein, Spirituosen oder Bier pro Person, dazu andere Waren bis 500 RM, und beides erst nach mindestens 48 Stunden auf der Insel. Diese Frage stand hier bis zum 19.08. als offen.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Eine Flasche bis nach Hause zu tragen heißt, drei Grenzen mit drei verschiedenen Freimengen zu passieren. Tioman → Festland: ein Liter pro Person. Malaysia → Singapur: gar keine Freimenge. Singapur gewährt die zollfreie Menge für Alkohol ausdrücklich nicht, wenn man vor der Einreise die malaysische Grenzkontrolle passiert hat — dann ist auf jeden Tropfen Zoll fällig, und die Befreiung von der Einfuhrsteuer gilt für Alkohol ohnehin nie. Singapur → Deutschland: ein Liter Spirituosen über 22 Prozent pro Person ab 17 Jahren; Kinder zählen nicht mit. Über der Freimenge rechnet der deutsche Zoll pauschal 6,80 € je Liter, aber nur bis zu einem Warenwert von 700 € pro Person — eine Flasche für 847 € liegt darüber und wird nach Tarif veranlagt, allein die Einfuhrumsatzsteuer von 19 Prozent sind dann über 160 €. Die Drei-Liter-Flasche ist an allen drei Grenzen zu groß.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Zwischen den Dörfern gibt es keine durchgehende Straße. Es bleiben drei Wege: zu Fuß auf den Küstenpfaden, mit dem Fahrrad, oder mit dem Seetaxi. Von Tekek nach ABC (Air Batang) sind es 3,5 Kilometer flacher Weg, etwa 30 Minuten; seit 2017 gibt es dafür eine Promenade, und sie läuft an einem geschützten Schnorchelgebiet entlang — Fische sieht man vom Weg aus. Das Seetaxi kostet nach ABC oder Salang RM25 bis RM30, über weitere Strecken bis RM60, gerechnet pro Person und verhandelbar. Kleine Boote nehmen kein Kartengerät mit.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Das Netz ist besser als der Ruf der Insel, aber nicht überall. Seit 2023 melden alle vier malaysischen Netze 4G in allen Dörfern, ein Seekabel liegt seit 2018 bis Tekek. Tioman bleibt trotzdem ein bewaldeter Bergrücken: hinter den Hügeln und in den abgelegenen Buchten gibt es Funklöcher, und die verschwinden nicht dadurch, dass die Abdeckung offiziell vollständig ist.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Die Rückfahrt läuft nach derselben Mechanik wie die Hinfahrt. Check-in eine Stunde vor Abfahrt, der Schalter schließt 30 Minuten vorher, Bordkarte gegen Pass, am Steg 30 Minuten vorher stehen. Tekek ist nur einer von fünf Anlegern auf der Insel; das Boot fährt die Buchten nacheinander ab, und eine Verspätung an einem Steg trifft alle danach. Die Tide, die den Fahrplan in Mersing jeden Tag verschiebt, verschiebt auch die Rückfahrt — einen Tag vorher nachfragen ist der Rat, den hier alle Quellen geben, und er kostet nichts.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Den Beleg der Marine-Park-Gebühr nicht in den Koffer packen. Er wird beim Einchecken in der Unterkunft verlangt und gilt für den ganzen Aufenthalt.

selbst erlebt

Zwischen Baumaterial im Dorf liegt ein zerlegtes Kleinflugzeug (19.08.). Weiß mit dunkelblauem Zierstreifen, am Heck der Schriftzug Cirrus, auf dem Rumpf das Kennzeichen 9M-ZWP — 9M steht für Malaysia. Die Kabine ist ausgeräumt, Türen und Seitenscheiben fehlen, die Kanzel steht noch, ein Flügel liegt abgebrochen daneben. Das Ganze ruht auf einem Stapel schwarzer Kunststoffrohre und Stahlträger, dahinter ein Baggerlader und ein Rohbau mit rotem Ziegeldach. Kein Zaun, kein Absperrband, kein Schild: es liegt da wie das übrige Baumaterial auch.

Telegram 19.08. 10:22auf dieser Seite 19.08. 10:3412 Min

Ein zerlegtes weiß-blaues Kleinflugzeug mit dem Schriftzug Cirrus liegt auf einem Stapel schwarzer Kunststoffrohre und Stahlträger, daneben ein Baggerlader, dahinter ein Rohbau mit rotem Ziegeldach.
Ein zerlegtes weiß-blaues Kleinflugzeug mit dem Schriftzug Cirrus liegt auf einem Stapel schwarzer Kunststoffrohre und Stahlträger, daneben ein Baggerlader, dahinter ein Rohbau mit rotem Ziegeldach.
2 nachgeschlagene Notizen — nicht selbst geprüft
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Zu diesem Kennzeichen gibt es keinen öffentlichen Eintrag. Gesucht am 19.08. in den Unfalldatenbanken, in den Flugzeugregistern und in malaysischen Nachrichten auf Englisch und Malaiisch: 9M-ZWP taucht nirgends auf. Was mit der Maschine passiert ist, wann und wo, steht hier deshalb nicht. Beschrieben ist, was im Hof liegt — nicht, wie es dorthin kam.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Nach Tioman fliegt niemand mehr; die Fähre ist der einzige Weg auf die Insel und herunter. Der Flugplatz liegt mitten in Tekek und hat eine Bahn von 992 Metern (02/20). Weil im Süden Hügel stehen, wird nur aus einer Richtung angeflogen — deshalb gilt die Bahn als eine der anspruchsvollsten in der Region. Berjaya Air flog sie bis 2014 von Singapur-Seletar und Kuala Lumpur-Subang an. Der letzte Anbieter, SKS Airways, setzte die Flüge nach Tioman und Redang im November 2023 aus, verlor im Oktober 2024 die Betriebserlaubnis und stellte am 16. Januar 2025 endgültig ein. Für die Reiseplanung heißt das: es gibt keinen Ausweichweg. Wer die Fähre verpasst, wartet auf die nächste Fähre.

selbst erlebt

Eine weiße Katze mit zwei verschiedenfarbigen Augen (19.08.). Ein Auge blau, das andere bernsteinfarben, dazu ein blaues Halsband mit Glöckchen — sie gehört jemandem und liegt ausgestreckt auf dem Kunstrasen. Nach den drei Katzen in Mersing die vierte auf dieser Reise, und die erste, die niemandem ausweicht.

Telegram 19.08. 10:22auf dieser Seite 19.08. 10:3412 Min

Eine weiße Katze mit einem blauen und einem bernsteinfarbenen Auge liegt auf Kunstrasen, sie trägt ein blaues Halsband mit Glöckchen.
Eine weiße Katze mit einem blauen und einem bernsteinfarbenen Auge liegt auf Kunstrasen, sie trägt ein blaues Halsband mit Glöckchen.
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Zwei verschiedene Augenfarben bei einer weißen Katze heißen meistens: taub auf der blauen Seite. Beides hängt am selben Erbgang. Von weißen Katzen mit zwei blauen Augen sind 60 bis 80 Prozent taub, mit zwei andersfarbigen 10 bis 20 Prozent, und bei einem blauen Auge 30 bis 40 Prozent — dann fast immer nur auf dem Ohr der blauen Seite (Zahlen aus dem englischsprachigen Wikipedia-Artikel Odd-eyed cat, dort belegt mit Richards, ASPCA Complete Guide to Cats, 1999). Praktisch heißt das: sich von vorn nähern und nicht von der blauen Seite ansprechen. Ob dieses Tier hört, ist damit nicht gesagt, nur die Wahrscheinlichkeit.

Essen

selbst erlebt

Ein Mamak-Stand in Mersing verlangt für ein volles Essen RM 6,50 bis RM 11,00, ein Frühstück kostet RM 3,50 (17.08.). Zahlen von der Anzeigetafel, nicht geschätzt: Nasi Goreng, Mee Goreng, Kuey Teow Goreng und Mehoon Goreng je RM 6,50; mit Hähnchen RM 10,00, mit Rind RM 10,50, mit Ziege RM 11,50. Reis pur RM 2,50, Gemüse RM 2,00, ein Spiegelei RM 1,50. Roti Canai RM 1,50, Tosai RM 2,00, Capati RM 2,50. Getränke RM 1,50 bis RM 3,50, Teh Tarik heiß RM 2,00 und kalt RM 2,50 — kalt kostet hier überall 50 Sen mehr. Damit liegt ein Frühstück aus Roti Canai und Teh Tarik bei RM 3,50 (rund 0,70 €) und ein Abendessen für vier mit je einem Teller und einem Getränk bei RM 34 bis RM 54 (7 bis 11 €). Zum Mitnehmen kommen 20 Sen je Packung dazu; das steht als einzige Fußnote auf der Tafel.

Telegram 17.08. 11:19auf dieser Seite 17.08. 11:4224 Min

2 nachgeschlagene Notizen — nicht selbst geprüft
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

„Steht auf der vegetarischen Seite" und „ist vegetarisch" sind an einem Mamak-Stand nicht dasselbe. Ohne Fleisch auf der Karte sind Nasi Goreng, Mee Goreng, Kuey Teow Goreng, Mehoon Goreng Biasa, Sayur-Sayuran, Telur Goreng, Telur Dadar und die ganze Roti-Reihe (Canai, Planta, Pisang, Bom, Tisu, Naan, Capati, Tosai, Puri Kosong). Zwei Dinge stehen aber nirgends auf der Tafel: Sambal enthält fast immer Belacan, also Garnelenpaste, und der Wok wird zwischen den Gerichten nicht gewaschen. Wer streng vegetarisch isst, bestellt „tanpa sambal" und nimmt eher Roti und Tosai als Gebratenes — die kommen von der Platte, nicht aus dem Wok.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Sieben Wörter genügen, um jede Mamak-Karte selbst zu lesen. Ayam Hähnchen · daging Rind · kambing Ziege · ikan Fisch · telur Ei · sayur Gemüse · goreng gebraten. „Nasi goreng ayam" ist damit gebratener Reis mit Hähnchen, „mee goreng" gebratene Nudeln ohne Zusatz. Kosong heißt leer, also ohne Füllung, biasa einfach, panas heiß und sejuk kalt — die letzten beiden stehen über den zwei Preisspalten bei den Getränken.

Bezahlen

selbst erlebt

Im Bus von JB Sentral nach Larkin geht kontaktlos bezahlen, mit Kreditkarte und mit Google Pay (17.08.). Beides wurde angenommen, ohne Vorbereitung und ohne lokale Verkehrskarte. Das ist die praktisch wichtigste Erfahrung des Tages: für den Weg vom Grenzgebäude zum Fernbusbahnhof braucht man weder Ringgit in bar noch eine App, und der Bus ist deutlich billiger als das Taxi, zu dem einem sonst geraten wird.

Telegram 17.08. 04:41auf dieser Seite 17.08. 05:4666 Min

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

In Malaysia bleibt Bargeld trotzdem Pflicht — aber für andere Dinge. Behördengebühren und kleine Stände nehmen es nicht anders. Fest eingeplant für Tioman: RM105 Marine-Park-Gebühr am Fährschalter in Mersing (Erwachsene RM30, Kinder 6–12 RM15, Quelle: malaysisches Fischereiministerium) und RM60 Touristensteuer in der Unterkunft. Zusammen rund 35 Euro, bar, vor dem Einsteigen.

hat nicht funktioniert

„Wechselstube schlägt Geldautomat" — das galt bei uns nicht (17.08.). Der Satz stand hier bis zum 17. August als Empfehlung: in Malaysia falle am Automaten eine Fremdkartengebühr an, in der Wechselstube nicht. Am selben Tag kam in Mersing mit einer Reisekreditkarte Geld heraus, ohne jede Gebühr. Die Regel hängt also nicht am Land, sondern an der Karte — und wer eine ohne Auslandsentgelt hat, sollte sich davon keinen Umweg aufschwatzen lassen. Wechselstuben gibt es trotzdem, etwa im Terminal von Larkin Sentral in Johor Bahru (Tajmuhabath, 10:00–20:00); mit Bargeld aus Deutschland sind sie der bessere Weg als der Automat, mit der richtigen Karte nicht.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

In Mersing stehen fünf Banken mit Geldautomat dicht beieinander im Ortskern. Maybank, Bank Rakyat und Hong Leong Bank an der Jalan Ismail, der Hauptstraße; Public Bank und Bank Simpanan Nasional eine Straße weiter an der Jalan Sulaiman. Alle fünf liegen innerhalb von 250 Metern, jede Filiale hat ihren Automaten im Vorraum. Wichtig, weil die Marine-Park-Gebühr für Tioman bar am Fährschalter fällig wird und Mersing der letzte Ort davor ist. (Standorte am 17.08. aus OpenStreetMap geholt, nicht vor Ort geprüft.)

Hier stand bis zum 17.08. zusätzlich der Rat, mit einer ausländischen Karte zu Maybank oder Public Bank zu gehen, weil Bank Rakyat und Bank Simpanan Nasional auf malaysische Karten ausgelegt seien. Das war nicht gemessen, sondern angenommen — und es war falsch. Geld kam an einem Automaten der Bank Simpanan Nasional heraus, also genau bei der Bank, von der hier abgeraten wurde. Der Satz ist deshalb gestrichen.

Und der Irrtum wäre teuer geworden, weil er nach vorn wirkt: auf Tioman gibt es genau einen Geldautomaten, und es ist eine BSN (in Tekek, am Flugfeld). Wer dem alten Rat geglaubt hätte, wäre mit der Erwartung auf die Insel gefahren, dort gar nicht an Bargeld zu kommen — und hätte in Mersing entsprechend viel abheben oder eine Wechselstube suchen müssen. BSN ist die malaysische Post-Sparkasse; sie steht in kleinen Orten, in denen keine der großen Banken mehr sitzt. Das macht sie für Reisende eher wichtiger als unwichtiger.

2 nachgeschlagene Notizen — nicht selbst geprüft
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Trinkgeld: in Singapur und Malaysia nirgends. Der Grund steht auf der Rechnung. Singapur: 10 % Service Charge + 9 % GST, auf der Speisekarte als ++ hinter dem Preis angekündigt — rund 20 % kommen also ohnehin oben drauf. Malaysia: 10 % Service Charge + 6 % SST auf Essen und Getränke. Im Hawker Centre und am Straßenstand gibt es weder das eine noch das andere, dort zahlt man den Preis, der dransteht. Taxifahrer erwarten nichts — ComfortDelGro schreibt selbst auf seiner Seite „you are not expected to tip your driver". Am Flughafen Changi darf das Personal gar nichts annehmen.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Achtung bei alten Reiseführern: die Steuersätze sind frisch. Singapurs GST ist erst seit dem 01.01.2024 bei 9 % (vorher 8 %). In Malaysia stieg die allgemeine Dienstleistungs- steuer 03/2024 auf 8 %, Essen und Getränke blieben bei 6 % — auch nach der Erweiterung 07/2025. Wer 8 % für Restaurants liest, liest eine falsche Zahl.

noch offen

Offen, kommt noch: ob Karte auch beim Fährticket, in Läden auf Tioman und bei den Touren in Sabah geht.

Strom, Internet, Telefon

2 nachgeschlagene Notizen — nicht selbst geprüft
nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Bahrain, Singapur und Malaysia haben alle drei Typ G — den britischen Stecker mit drei flachen Pins. Ein deutscher Schuko passt in keinem der drei Länder in die Wand. Spannung 230 V (Bahrain, Singapur) bzw. 240 V (Malaysia), überall 50 Hz. Ohne Adapter sind es drei Wochen Powerbank, und es fällt erst am ersten Abend auf, wenn alle vier Geräte leer sind. Adapter gibt es im Duty-free in Bahrain, in Changi und in jedem malaysischen Elektronikladen.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Am Flughafen Bahrain sind hinter der Sicherheitskontrolle Ladepunkte in die Sitzreihen an den Gates eingebaut, USB direkt am Platz — dafür braucht es keinen Adapter. Davor, im öffentlichen Bereich, gibt es nur normale Steckdosen. WLAN BIA Free WiFi, ohne Anmeldung.

selbst erlebt

Im malaysischen Fernbus sitzt eine USB-Buchse am Platz (17.08.). Zwei USB-A-Anschlüsse, eingelassen in die Seitenverkleidung unter der Armlehne, also unterhalb der Sitzfläche und nicht auf Augenhöhe — man findet sie nur, wenn man danach sucht. Ein eigenes Kabel gehört deshalb ins Handgepäck und nicht in den Koffer im Laderaum. Gemeldet wurde die Buchse mit Foto aus einem Bus ab Larkin Sentral; welche Linie es genau war, steht nicht fest.

Telegram 17.08. 06:21auf dieser Seite 17.08. 06:3817 Min

selbst erlebt

Im Fernbus hängen Überwachungskameras, und die Beschwerdenummer klebt an der Frontscheibe (17.08.). Zwei Kuppelkameras in der Decke über dem Mittelgang, dazu ein Aufkleber des malaysischen Verkehrsministeriums mit „Talian Aduan MOT", einer kostenlosen Nummer und einem QR-Code. Wer sich fragt, wie reguliert der malaysische Fernbusverkehr ist: so weit, dass die Aufsichtsbehörde ihre Beschwerdestelle im Blickfeld jedes Fahrgastes anbringen lässt. Für Reisende ist das eher beruhigend als bürokratisch.

Telegram 17.08. 09:37auf dieser Seite 17.08. 09:5013 Min

Blick nach vorn aus dem Fernbus auf eine malaysische Landstraße, an der Frontscheibe der Aufkleber der Beschwerdestelle.
Blick nach vorn aus dem Fernbus auf eine malaysische Landstraße, an der Frontscheibe der Aufkleber der Beschwerdestelle.
hat nicht funktioniert

CelcomDigi ließ sich online nicht kaufen. Der Bestellvorgang brach reproduzierbar bei der Adresseingabe ab. Am Schalter mit Pass im Original geht es; Kaufmöglichkeiten in Kuala Lumpur (Pavilion, Suria KLCC) und am Flughafen KLIA.

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Singtel hi!Tourist gibt es nur drei Stück pro Pass. Danach ist der Pass ausgereizt und die nächste Karte muss auf jemand anderen laufen.

selbst erlebt

Die Singapur-eSIM trägt in Malaysia — die Tabelle hatte recht, nicht der Kleingedruckte (17.08.). Der Tarif ist Singtel hi!Tourist eSIM, S$15 (rund 10 Euro), 30 Tage, 500 GB, und die Länderliste auf der Verkaufsseite nennt neben Singapur ausdrücklich Malaysia, Indonesien, Thailand und Hongkong. Genau das war vorher die offene Frage: dieselben AGB beschreiben unter 2.3 nur „local calls, local SMS, local data" — also eine reine Singapur-Karte. Es gilt die Ländertabelle. Gekauft und aktiviert wird sie vor der Reise online, installiert per QR-Code; registriert wird sie auf den Pass, und mehr als drei Karten nimmt ein Pass nicht.

Telegram 17.08. 10:58auf dieser Seite 17.08. 11:024 Min

nachgeschlagen, nicht selbst geprüft

Was der Tarif nicht kann: telefonieren. Auf den Touristenkarten sind Gespräche gesperrt, es laufen nur Daten. Für eine erreichbare Telefonnummer braucht die Gruppe also entweder eine deutsche Karte im Roaming oder eine lokale Karte auf einen zweiten Pass. Wer eine deutsche Behörde oder eine Bank anrufen muss, plant das mit ein — über Daten geht das nur, solange die Gegenstelle einen Messenger nimmt.

noch offen

Offen, kommt noch: wie das Netz auf Tioman und in Sabah trägt. Auf der Insel ist es erfahrungsgemäß dünn, und 500 GB nützen nichts, wo kein Mast steht.

Was wir vorher falsch geplant hatten

Der nützlichste Teil für andere, weil diese Fehler nichts mit uns zu tun haben.

Der Internationale Führerschein ist nur in Deutschland zu bekommen. Die deutschen Auslandsvertretungen stellen ihn ausdrücklich nicht aus. Malaysia verlangt ihn zusätzlich zum deutschen Führerschein, die Mietwagenfirmen ebenfalls; ohne ihn 300–1.000 RM Bußgeld. Wer ihn zu Hause vergisst, kann für die ganze Reise nicht selbst fahren. Ersatz sind Tagestouren mit Fahrer — für uns kein großer Verlust, weil nur ein Ziel überhaupt daran hing.

„Ein Anbieter kann nicht" heißt nicht „geht nicht". Weil ComfortDelGro Fahrten über die Grenze nicht mehr vorbuchen lässt, stand in unserer Planung tagelang „über die Grenze ist nichts buchbar". Grab fährt seit Mai 2026 mit eigener Lizenz. Nach einer Absage die Gattung nachfragen, nicht die Absage verallgemeinern.

Der eigene Reiseplan war älter als die Buchungen. Unser Zeitplan behauptete sechs Tage lang, eine Strecke sei nicht gebucht — das Ticket lag seit 18 Minuten nach seiner Erstellung im Ordner. Vor jeder Aussage über die Reise den Ordner mit den Belegen lesen, nie die Zusammenfassung.

Der Abfahrtshafen stand in der Bestellmail anders als auf dem Ticket. Die Mail sagte Tanjung Gemok, die Bordkarte sagt Mersing — 40 Kilometer auseinander, zwei verschiedene Bundesstaaten, und ein ganzer Reisetag hängt daran. Es gilt das Ticket, nicht die Bestellung.

Chronik

DatumWoSteht oben unter
15.08.Frankfurt → Bahrain (Zwischenstopp) → SingapurStrom, Internet, Telefon
16.08.Singapur, Little India · Gardens by the BayUnterwegs in Singapur
17.08.Grenze nach Johor Bahru · Larkin Sentral · Bus nach MersingGrenze · Bezahlen
18.–21.08.Tioman
22.–24.08.Kuala Lumpur
25.–28.08.Sandakan, Sabah
29.08.–03.09.Kota Kinabalu
04.–05.09.Kudat, Tip of Borneo
05.–07.09.Singapur → Bahrain → Frankfurt

Wer das hier schreibt

Wir sind zu viert unterwegs — drei Wochen Singapur, Halbinsel, Borneo. Getippt hat diese Seite niemand von uns. Jens schickt unterwegs eine Telegram-Nachricht, wenn etwas funktioniert hat; den Rest macht Otto, ein Assistent auf einem Mini-PC in einem Keller in Karlstein am Main: nachsehen, einordnen, gegen die bisherigen Notizen halten, auf private Daten prüfen, die Seite neu bauen, veröffentlichen.

Das ist kein Kunststück nebenbei, sondern der Beruf. Jens Laufer arbeitet als Forward Deployed Engineer — er bringt Modelle aus der Demo dorthin, wo echte Daten, echte Abläufe und echte Ausfälle sind — und die Hälfte davon ist inzwischen Harness Engineering: nicht das Modell bauen, sondern den Aufbau darum, in dem es unbeaufsichtigt arbeitet. Diese Reise ist der Härtetest. Was sich nicht von einem Telefon aus beauftragen lässt, findet drei Wochen lang nicht statt.

Eine Anmerkung gehört hierher, sonst verspricht die Seite mehr, als sie hält. Jens liest jede Fassung gegen, und sein häufigster Einwand ist die Sprache: sie klingt ihm immer noch zu sehr nach KI. Zu glatt, zu viele selbst gebaute Wörter, Sätze, die wie Text klingen und nicht wie jemand, der einem etwas erzählt. Er ist da streng — strenger als bei allem anderen auf dieser Seite. Das steht hier, weil eine Seite, die zeigen soll, was so ein Aufbau kann, auch sagen muss, wo er noch nicht gut ist.